Geschichte

Die Geschichte der Firma A. Martin Bau GmbH & Co. KG, eine Geschichte voller Werte, Tradition und der hohen Kunst des Bauhandwerks

1889 – Die Gründung durch Gustav Martin

Im Jahre 1889 entschloss sich unser Gründungsvater Gustav Martin zur Selbstständigkeit. Er begann damit, heute würden wir sagen, unterschiedliche Dienstleistungen im Bauhandwerk, wie z.B. Reparaturen anzubieten. Die Stadt Neustadt unterdessen erlebte einen kleinen wirtschaftlichen Aufschwung, da sich viele Betriebe auf die Fertigung von Puppen spezialisierten. Die Puppenindustrie ist bis heute ein Wahrzeichen unserer Stadt. Der Bedarf an Baudienstleistungen und neuen Häusern stieg und somit erlebte auch die junge Firma Gustav Martin einen Aufschwung und etablierte sich nunmehr zu einem Namen, den man kannte.

Vergleicht man das damalige Bauen mit dem Bauen von heute, so ist es kaum vorstellbar, mit welchen Mitteln damals Bauhandwerk betrieben wurde. Die Automobilindustrie stand immer noch in ihren Anfängen und trotzdem mussten Steine, Zement und Beton transportiert werden. Unser Gustav, der zuvor in der Landwirtschaft tätig war, hatte eine Idee. Er benutzte mehrere Pferdefuhrwerke und lieferte die dringend benötigten Steine aus dem Ziegelwerk in Oberlind nach Neustadt. Die Fuhrwerke liefen gegenläufig. Wurde das eine gerade in Neustadt entladen, so wurden bereits neue Steine in Oberlind geladen und standen kurzfristig auf den Baustellen zur Verfügung.

1889 bis 1936 – Der Aufstieg einer Firma und die Nachfolge

Die Firma Gustav Martin wuchs stetig und einige namhafte Gebäude der Stadt Neustadt entstanden durch unseren Gründungsvater. So errichtete er 1928 das „alte“ Postgebäude in der Bahnhofstraße und mehrere der im Jugendstil gehaltenen Gebäude in der Marienstraße. Dieses Gebiet steht heute unter Denkmalschutz und zeigt den renommierten Baustil zu Anfang des 20. Jahrhunderts

1936 bis 1939 – Alfred Martin  

Im Jahre 1936 übergab Gustav Martin die Firma an seinen Sohn Alfred, der von nun an die Geschäfte leiten sollte. Die Firma wurde in Alfred Martin Bau umbenannt. Die Kurzform A. Martin Bau haben wir bis zum heutigen Tage beibehalten. Unter seiner Regie waren wir am Umbau des Neustadter Bahnhofs beteiligt, eine aus Sandstein errichtetes Gebäude. Nahezu alle Sandsteinarbeiten wurden damals noch in Handarbeit ausgeführt.

1939 bis 1945 – Eine schwere Zeit

Nach gerade drei Jahren der Firmenleitung kam 1939 der 2. Weltkrieg. Die Bautätigkeit in Neustadt wurde so gut wie eingestellt. Man versuchte sich in dieser schweren Zeit mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten über Wasser zu halten und gab die Hoffnung nicht auf, dass diese schwere Zeit schnell vorüber geht.

1945 – Und die Glocken läuteten wieder!

Während des Krieges wurden die Kirchenglocken der St. Georg Kirche abmontiert und sollten für Waffen und Munition eingeschmolzen werden. In dieser Zeit verstummte der in Neustadt allseits bekannte Klang dieser Glocken. Durch glückliche Fügung und einen eifrigen Neustadter mit dem Namen Hermann Braun, der als Fernfahrer für das Industriewerk Neustadt unterwegs war und sich auf die Suche machte – stellte sich nach Kriegsende heraus, dass die alten Glocken überlebt haben. Sie lagen am Hamburger Hafen und der Kirchengemeinde St. Georg gelang es, sie zurück zu holen. 
Unter der Federführung von Alfred Martin und seinen Mitarbeitern fanden die Glocken an ihren alten Platz zurück und bestimmen bis heute das Klangbild der Stadt Neustadt. Bis zum heutigen Tag fühlen wir uns der Gemeinde St. Georg stark verbunden und sind viele Wege miteinander gegangen.

1945 bis 1977 – Das Wirtschaftswunder und der Bauboom 

Nach dem Krieg waren große Teile der Stadt verwüstet und mussten neu aufgebaut werden. Es kam zu einem Bauboom und die Firma A. Martin Bau erlebte ihr großes Comeback. In dieser Zeit wuchs die Firma kontinuierlich und gehörte nunmehr zu den renommiertesten Bauunternehmen der Stadt. Es wurden unzählige Wohn- und Geschäftshäuser erstellt, Reparaturen und Sanierungen durch-geführt, Straßen gebaut und somit trug die Firma A. Martin Bau aktiv zur Gestaltung des Stadtbildes der Stadt Neustadt bei.

1977 bis 1987 – Die 3. Generation: Hermann Martin

Im Jahr 1977 ging nach dem Tod von Alfred Martin die Firma an seinen Sohn Hermann Martin über, der sie in der 3. Generation führen sollte. Unter seiner Federführung entstanden viele Wohnanlagen und Eigenheime. Auch in dieser Zeit genossen wir schon den Ruf, ein Unternehmen für „alle Fälle“ zu sein. Unsere Maßgaben waren stets gute Lösungen für unsere Kunden bei niedrigen Kosten mit hoher Qualität.

1987 – Werte und Wandel: Axel Martin

Im Jahr 1987 zog sich Hermann Martin aus dem operativen Geschäft zurück und übergab die Firma an seinen Sohn Axel Martin. Er brach zum ersten Mal mit der Tradition, denn während seine Firmenvorfahren stets den Beruf des Baumeisters erlernten, absolvierte er ein Studium der Architektur an der Hochschule Coburg und etablierte die Firma A. Martin Bau nicht nur als kompetenten Partner im Bauhandwerk, als auch in der Konzeption und Durchführung von Planungen.

1989 – Die A. Martin Bau feiert ihr 100-jähriges Bestehen

In diesem Jahr feierten wir unser 100-jähriges Bestehen in einem großen Festakt. Zusammen luden Hermann und Axel Martin zu diesem Ereignis, dass wir gebürtig mit unseren Familien, unserer treuen Belegschaft und vielen Personen des öffentlichen Lebens gebürtig feierten.

1989 bis 1998 – Aufbruch in eine neue Zeit: Die A. Martin Bau als Architektur- und Baudienstleister

In diesen Jahren war es die Hauptaufgabe von Axel Martin die Firma zukunftsgerecht und sicher aufzustellen. In keiner anderen Episode der Geschichte des Bauhandwerks und der Architektur gab es so massive Veränderungen wie in den Neunzigern. Während zuvor Planungen und Zeichnungen noch mit der Hand am Reißbrett erstellt wurden, so zog langsam aber sicher das Computerzeitalter auch in unsere Branche ein. Als einer der ersten Firmen planten und bauten wir EDV-unterstützt und konnten unseren Kunden „virtuelle Architektur“ präsentieren.

1995 – Einzug in unser neues Wohn- und Geschäftshaus

Da unsere Firmenräume in der Schulstraße, in denen wir Jahrzehnte ansässig waren, zu klein wurden, entschlossen wir uns ein neues Wohn- und Geschäftshaus in der Heubischer Straße 21, direkt im Herzen der Innenstadt zu bauen. Im Jahr 1995 wurde es fertiggestellt und die A. Martin Bau feierte ihren Umzug in die neuen Geschäftsräume.

1998 – Ganz in der Tradition unserer Vorfahren

Im Jahr 1998 wurden im Gemeindehaus „Schillerstraße“ der Kirchengemeinde St. Georg Glocken installiert. Diese wurden persönlich von Axel Martin und dem damaligen Pfarramtsleiter Herrn Günther-Uwe Thie in Heilbronn abgeholt und nach Neustadt gebracht. Der Bau des Glockenturms sowie die Montage der neuen Glocken fand unter der architektonischen Leitung von Axel Martin statt und wurde von der A. Martin Bau durchgeführt.

1999 bis 2011 – Vom Millennium bis ins Hier und Jetzt

Die Geschichte kurz vor dem Millennium begann für die Bauwirtschaft mit einem herben Schlag, der zeigen sollte, wie bitter die nächsten Jahre für manche Unternehmen der Branche sein sollten: Der Insolvenzantrag der Firma Philipp Holzmann. Hier zeigte sich sehr medienpräsent, wie es um den Bau bestellt war. Zwar gab es Rettungspläne von höchster Ebene, doch ging es hier im Großen, wie auch im Kleinen nur in eine Richtung – den Wegfall vieler Arbeitsplätze und die Zerschlagung eines Unternehmens.

In den ersten Jahren nach 2000 konnten sich viele eingesessene Bauunternehmen im Coburger Landkreis kaum noch über Wasser halten, einige mussten ebenso Insolvenzantrag stellen, wie die Philipp Holzmann AG – und die Beschäftigungsrate im Bauhauptgewerbe sank um mehr als 80%.

Umso mehr sind wir, die A. Martin Bau stolz darauf, auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, auf einer sicheren Basis gearbeitet zu haben, was wir nicht nur unserem breiten Leistungsangebot, unserem Know How und unseren guten Ruf zu verdanken haben, sondern vor allem auch unserer loyalen Belegschaft, die jederzeit hinter uns gestanden hat. Dafür sagen wir danke.

2011 – Die nächste Generation oder was jetzt ansteht

Den wirtschaftlichen Umbrüchen der Bauwirtschaft zum Trotz haben wir uns nachwievor dazu verpflichtet, Ihnen – unseren Kunden, individuelle, auf den Menschen abgestimmte Architektur und Bauhandwerk auf qualitativ höchstem Niveau zu liefern.

Hierbei sehe ich es als eine unserer Hauptaufgaben, um für die Zukunft nicht nur den Anforderungen unserer Kunden, sondern auch der Bauwirtschaft gerecht zu werden, uns nicht nur als renommiertes Familienunternehmen, das kompetente Planungs- und Architekturleistungen anbietet und solides Bauhandwerk ausführt zu präsentieren – sondern als modernen Baudienstleister. Hierzu zählen für mich nicht nur die handwerkliche Kunst oder das technische Know-how, durch das wir schon immer bekannt waren, sondern auch ein Service- und Leistungspaket, das alle Anforderungen rund ums Bauen für unsere Kunden leichter und greifbarer macht. Ein wichtiger Punkt dabei ist das Konzept der Leistungspakete. Klare Preisstrukturen mit genauen Leistungsbeschreibungen, eingegliedert in ein Sorglos-Service Paket wird Baumaßnahmen zu dem machen, was sie sein sollten: Ein Produkt bzw. eine Dienstleistung, das den „Lebensraum“ verbessert, verschönert oder erlebbarer macht. Die Zukunft wird daraus bestehen, nicht nur diesen „Raum“ zu schaffen sondern in sogar neu zu erfinden und dazu reicht es eben nicht mehr aus, „nur“ solides Handwerk zu liefern, sondern eben auch den Stil oder das Design welches unser Handwerk und unsere Architektur erst zum Leben erweckt.

Christian Martin – A. Martin Bau GmbH & Co. KG


Historie Bild 1

historische Rechnung von Gustav Martin

  • »Die Automobilindustrie stand
    immer noch in ihren Anfängen und trotz-
    dem mussten Steine, Zement und Beton
    transportiert werden.«
Historie Bild 2

Unter der Federführung von Alfred Martin und seinen Mitarbeitern fanden die Glocken an ihren alten Platz zurück.

Historie Bild 2 C Historie Bild 3

Der Bau des Glockenturms sowie die Montage der neuen Glocken fand unter der architektonischen Leitung von Axel Martin statt und wurde von der A. Martin Bau durchgeführt.

  • »Den wirtschaftlichen
    Umbrüchen der Bauwirtschaft zum Trotz
    haben wir uns nachwievor dazu verpfli-
    chtet, Ihnen – unseren Kunden, individuelle,
    auf den Menschen abgestimmte Architektur
    und Bauhandwerk auf qualitativ höchstem
    Niveau zu liefern.«